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Category: Freimaurereiallgemein - Allgemeines und Geschichte
Editor: Freimaurerloge Libertas et Fraternitas
Pages: 58
Location: Zürich
Year: 1999
N° catalog: D0265

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Written by Super User

Vorwort des Übersetzers


Die wichtigste Verräterschrift aus der Grtlndungszeit der ersten Londoner Grossloge ist in verschiedenen deutschen Übersetzimgen von unterschiedlicher Qualität herausgegeben worden. Diese sind aber alle längst vergriffen. Nach langem Suchen fand ich schliesslich in Amerika eine Faksimile-Ausgabe, die ich meinen BBrn.. in verständlicherer Sprache zugänglich machen möchte. Der Originaltext wurde ohne jede orthographische Veränderung abgeschrieben.


Das Pamphlet entstand sieben Jahre nach den Konstitutionen von Anderson aus Verärgerung eines Maurers, dem statt der versprochenen „Geheimnisse“, von denen schon damals die Rede war, nur Kosten zufielen, die in seinen Augen unverhältnismässig waren. Das erregte natürlich einige Unruhe in den Kreisen der jungen Londoner Grossloge, und man machte sich vorerst daran, einiges in den Ritualen zu ändern, damit man sagen könne, die Wirklichkeit entspreche nicht der Darstellung von Prichard. Zu den Änderungen gehörte unter anderem auch die Vertauschung der beiden Säulen. Später kehrte man zwar wieder auf das Ursprüngliche zurück, aber manches war bereits in der veränderten Form auf den Kontinent gelangt, und so kommt es, dass in vielen Logen die Säule (J vom Eingang her gesehen) links statt rechts steht.


Wir müssen aber für die Arbeit von Prichard dankbar sein, denn nur durch ihn erhalten wir Einsicht in manche Einzelheit der alten Rituale, und wir finden hier auch die älteste Fassung der Hiram-Legende. Manches, was wir heute unter BBrn. hören und erleben, wird erst verständlich, wenn wir die Ursprünge kennen.


Man muss auch wissen, dass Meister-Maurer vorerst nur das Amt des Logenoberhauptes bedeutete, und dass alle Beamtungen geeigneten Gesellen anvertraut wurden. Erst seit etwa 1728 gibt es den 3, Grad eines Maurer-Meisters, und ein grosser Teil dessen, was wir heute für den esoterischen Kern unserer Symbolik halten, ist gar nicht so altehrwürdig und authentisch, sondern vielmehr ein Sammelsurium von späteren Zutaten aus verschiedensten Quellen. Trotzdem wäre es verfehlt, die Londoner Freimaurerlogen jener Zeit nur für die spleenigen Clubs zu halten, als die Prichard sie in seiner polemischen Schrift darstellen möchte.

 

Robin P. Marchev

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