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Category: Freimaurerei allgemein
Editor: Freimaurerischen Forschungsgesellschaft Quator Coronati/Loge "Zur Einigkeit"
Pages: 214
Location: Bayreuth/Frankfurt am Main
Year: 1999
N° catalog: E0028

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Written by Super User

Vorwort der Herausgeber


Seit Generationen wird es im deutschen Logenwesen als ein Mangel empfunden, daß über die Beteiligung von Freimaurern ander deutschen Einheits- und Freiheitsbewegung der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nur wenige Zeugnisse überliefert sind. Die damals aktiven Freimaurer teilten in der Geschichtsschreibung des Bundes das gleiche Schicksal, das auch die profanen Kämpfer für die deutsche Einheit nach dem vermeintlichen Scheitern der Revolution von 1848/49 ereilt hatte. Die „Geschichte der Ereignisse wurde von den Siegern geschrieben, die Verlierer blieben im Schatten, ihr Andenken wurde vergessen..
Ebenso wie Deutschland insgesamt bemühte sich auch die deutsche Freimaurerei erst nach 1945 ernsthaft, den verschütteten Spuren des ersten demokratischen Einigungsversuchs nachzuspüren. Nach 12 Jahren der Finsternis, nach dem Verlust moralischer Integrität, nach der Einsicht in die kollektive Ohnmacht gegenüber dem totalitären Regime der Nationalsozialisten suchte Deutschland wie auch die Freimaurerei in der je eigenen Geschichte nach einem Symbol, an dessen Aussagekraft und Wertigkeit zukünftige Orientierung möglich würde. Die Frankfurter Paulskirche und die durch sie verkörperten Ereigniszusammenhänge der Jahre 1848/49 wurden als geeignet empfunden, an positive Traditionen deutscher Geschichte anzuknüpfen, Außerlich in ihrer ursprünglichen Architektur rekonstruiert, im Innenraum aber völlig neu gestaltet wurde die Paulskirche einhundert Jahre nach dem Zusammentritt des ersten gesamtdeutschen Parlaments in eine nationale Denkstätte umfunktioniert.
Die Symbolkraft dieses Gebäudes strahlt seither auf die gesamte deutsche Gesellschaft aus, So auch aufjene Brüder, die in den ersten Nachkriegsjahren sammelten, was sich an freimaurerischer Substanz über das Dritte Reich und dessen Zusammenbruch hinaus hatte retten können. Als sich diese „Brüder der Stunde Null“ im Mai 1948 unter dem Schirm der „Frankfurter Arbeitsgemeinschaft von Freimaurerlogen in Frankfurt trafen, um anläßlich der Wiedereröffnung der Paulskirche eine lehrartübergreifende Tempelarbeit zu gestalten, da ward die Idee geboren, auch das Einigungsziel der deutschen Freimaurerei unter dem Symbol der Paulskirche zu verfolgen. Seither spielt dieses Bauwerk in der freimaureri sehen Nachkriegsgeschichte eine herausragende Rolle - als ein „Glaubensbekenntnis - ohne Kenntnis“. Diesem Urteil Karl Hoedes aus dem Jahr 1960 für die Zukunft die Berech tigung zu entziehen, tritt der Autor der vorliegenden quellenkundlichen Arbeit an.
Erst ein gemeinsamer Kraftakt der Forschungsloge „Quatuor Coronati und der Frankfurter Loge „Zur Einigkeit“ ermöglichte es, die Idee zu dieser Arbeit auch in die Tat um zu setzen. Die Loge „Zur Einigkeit“ öffnete hierzu nicht nur ihr umfassendes Archiv, sondern sie ermöglichte es dem Autor zugleich, in weiteren Sammlungen freimaurerische Spuren zu verfolgen. Im 50. Jubiläumsjahr der Gründung der Vereinigten Großloge von Deutsch land in der Paulskirche schließt die Forschungsloge mit der Drucklegung dieser quellenkundlichen Arbeit eine Wissenslücke, die schon Theodor Vogel als Großmeister der ersten deutschen Einigungsloge schmerzlich empfand: den Informationsmangel über die Beteiligung von Freimaurern im deutschen Einheits- und Freiheitskampf wie im Paulskirchen Parlament.
 

Hans-Hermann Höhmann 
Meister der der Forschungsloge “Quatuor Coronati“

 

Gerald Schade

Meister vom Stuhl Loge „Zur Einigkeit“

 

 

 

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