Die Erleuchteten
zum Ende des 18. Jahrhunderts- ein Beitrag zur Geistesgeschichte der Neuzeit
- Category: Freimaurerei allgemein
- Author: Karl R. H. Frick
- Editor: Akademische Druck- u. Verlagsanstalt
- Pages: 636
- ISBN: 3-201-00834-6
- Location: Graz
- Year: 1973
- N° catalog: E0008
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Lent status: Available
Review
Nicht von ungefähr erleben wir im Augenblick inmitten einer fortschrittswütigen Welt die Welle der „Nostalgie‘. Hiervon wird eigentümlicherweise besonders die Jugend erfaßt. Für sie ist etwas, was hier mehr oder weniger für erinnerungswürdig gehalten wird, „in“, obwohl sie diese Dinge selbst früher nicht einmal kennen gelernt hat. Dieses typische Phänomen der bewußten wie auch unbewußten Rückerinnerung gehört zu den wesentlichen Grundeigenschaften des denkenden Menschen. Auch die Tiefenpsychologie hat sich dieses Begriffes angenommen und zu einem festen Bestandteil ihrer Lehren gemacht. So wie sich jedes Individuum an seine persönliche Vergangenheit zu erinnern vermag, so sind über Generationen und Geschlechter hinweg gewisse wichtige Eindrücke aus der Vor- und Frühzeit des Menschen, wie auch aus seiner historischen Epoche, als „Archetypen‘ ( 0. JUNG) bei jedem Einzelnen von uns — allerdings von unterschiedlicher Qualität — haften geblieben. Man mag den Lehren der Tiefenpsychologie positiv oder negativ gegenüber stehen, es bleibt doch die unwiderlegbare Bindung des Menschen an seine Vergangenheit.
Mit bestimmten Weistümern dieser Vergangenheit, wie auch mit ihren Schattenseiten, die sich als sogenannte Geheimlehren wie ein roter Faden durch die Geschichte der menschlichen Ku ziehen, beschäftigt sich dieses Werk. Träger dieser Geheimlehren waren Menschen, die sich besonders dieser Vergangenheit verbunden fühlten und mit einer innerlichen echten Religion, d. h. Bindung, das geistige Erbe fortsetzten, weiterentwickelten oder zerstörten. Als äußere Organisationsform bildeten Gleichgesinnte oder faustische Menschen (wie auch Scharlatane) die nahezu unüberschaubare Vielzahl religiöser Sekten, Geheimbünde und -orden.
Im vorliegenden Buch wurde eine Gruppe ausgewählt, die sich mit dem Unerfaßbaren, mit dem Göttlichen (oder wie wir das im Transzendenten Vorgestellte bezeichnen wollen) als Theosophen oder Gnostiker in den geheimen Lehren der Magie, Astrologie und Alchemie intensiv beschäftigt haben. Diese Gruppe bezeichnete teilweise sich selbst als „Erleuchtete‘. Zu ihnen gehören auch im 18. Jh. die Gold- und Rosenkreuzer, die Illumin d‘Avignon u.a. Es wird der Versuch unternommen, in einer Art Synopsis das komplexe Geschehen dieser sicherlich in der menschlichen Kulturgeschichte sehr interessanten, in ihrer objektiven Darstellung aber bisher bestimmt vernachlässigten Gruppe darzubieten.









